Von Martinstag bis Epiphanias - eine Übersicht

Zwischen dem 11. November und dem 6. Januar gibt es zahlreiche besondere Gottesdienstgelegenheiten.  

Der Martinstag ist in vielen Gemeinden schon im Spätherbst der Auftakt, ein Vorausleuchten der Adventszeit. Für die vorabendliche Andacht in der Kirche für Kinder und Eltern werden in diesem Jahr viele Kirchen zu klein sein. Also konzentrieren wir uns auf den Laternenumzug. Start ist an der ersten Station vor der Kirchentür. Kurz wird von Martins Herkunft erzählt. Dann zieht ein Pferd voran, der Reiter natürlich als "Martin". Auf einem öffentliche Platz wartet der "Bettler" auf ihn. Und Martin teilt den Mantel mit ihm. An einer dritten Station wird Martin zum Bischof berufen. Schließlich bewegt sich der Zug wirder bis vor die Kirche. Dort eine Botschaft in 1min30s, ein Gebet, das Vaterunser, der Segen. Martinshörnchen werden diesmal nicht ausgeteilt. Stattdessen vielleicht eine kleine Basteltüte für die Kinder: Eine kleine Martinslaterne, die man abends ins Fenster stellen kann. Hier eine Bastelanleitung.

Am Toten-/Ewigkeitssonntags werden vielerorts die Familien der im zurückliegenden Jahr Verstorbenen zum Gottesdienst eingeladen. Die Feier des Hl. Abendmahls an diesem Tag hat Tradition. Viele besuchen in den Tagen zuvor oder am Ewigkeitssonntag selbst die Gräber ihrer Angehörigen. Warum also nicht eine Andacht auf dem Friedhof?!  - 14 Uhr Glockenläuten (auch wenn es eventuell nur von ferne hörbar ist, bei mehreren Glocken nur eine) - Eröffnung - Psalm 126 - Tagesgebet - Lesung Offb. 21,1-5a - kurzes geistliches Wort - Fürbitte - Vaterunser - Segen. Am besten wäre es natürlich, einen Posaunenchor dabei zu haben, aber auch eine Trompete oder ein anderes Melodieinstrument kann eine Choralmelodie (Befiehl du deine Wege; Jesus lebt, mit ihm auch ich; ...) spielen. Schließlich kann man auch mittels Smartphone und Aktivbox Musik in ausreichender Lautstärke einspielen.

Am Ersten Advent als Auftakt der großen Festzeit trauen sich in diesem Jahr vielleicht weniger Menschen als sonst, zum Gottesdienst zu gehen. Man kann auch - nach dem Frühstück oder am frühen Abend - zu Hause eine Andacht feiern. (erscheint auch in "Glaube und Heimat" zum Ersten Advent).

Die Adventszeit ist geprägt von viel Musik, die traditionell in den Kirchen erklingt. Wenn möglich, mögen die Musikerinnen und Musiker ihre Aktivitäten in den Außenbereich des nächstgelegenenen Seniorenheims verlegen. Wird die Zeit dafür mit der Heimleitung abgesprochen, so werden einige Pflegekräfte bereit sein, die Fenster rechtzeitig einen Spaltbreit zu öffnen und die Bewohner*innen ggf. in Decken einzuhüllen. Vielleicht wird es auch ein Balkonsingen der anderen Art: von draußen nach drinnen.

Der Lebendige Adventskalender ist möglich. Familien oder Hausgemeinschaften können aus dem offenen Fenster mit den auf der Straße Versammelten eine kleine Andacht feiern. Für die musikalische Umrahmung kommt mal wieder die gute alte Wohnzimmerstereoanlage zum Einsatz, die ausnahmsweise mal so laut gestellt wird, dass alle Nachbarn mithören. Auf Bewirtung wird man verzichten müssen. Soll - natürlich auf Abstand - gesungen werden, so kann für die musikalische Begleitung der bekannten Advents- und Weihnachtslieder hier auf mp3-Dateien zugegriffen werden.

Die ganze Zeit über ab Samstagabend vor dem 1. Advent haben wir eine Offene Kirche im Advent oder Offene Weihnachtskirche: Die Kirche ist mild erleuchtet. Der Herrnhuter Stern hängt und ist eingeschaltet. Die Weihnachtskrippe ist vor dem Altar aufgebaut. Im Hintergrund ist Adventsmusik leise zu hören. In eine Schale mit Sand können Fürbitt-Kerzen gesteckt werden. Kurze gedruckte Gebete, eine Bildkarte oder ein Impuls zur Betrachtung, an einer Wäscheleine aufgehängt, können mitgenommen werden.

Am Heiligabend ausreichend viele kurze Christvespern am Nachmittag im notwendigen zeitlichen Abstand (zum Lüften) zu feiern, wird in den wenigsten Kirchen möglich sein. Eine Feier der Christnacht, zu der üblicherweise 29 oder 71 Personen kommen, lässt sich schon eher in der Kirchen organisieren. Es ist aber davon abzuraten, "zweigleisig" zu fahren (Parallelveranstaltungen drinnen und draußen): Vielfach reichen dafür die Kräfte sowieso nicht, und es gäbe in jedem Fall solche, die rein dürfen in die Kirchen, und solche, die draußen bleiben müssen, und dass schafft Missmut. Da wird man besser gleich die Kräfte auf eine Feier im Freien konzentrieren:

  • Christvesper vor der Kirche, auf dem Markt, dem Dorfanger oder dem Sportplatz
  • Straßenweihnacht vor vielen Häusern
  • ein weihnachtlicher Stationenweg

Für alle diese Formen ist eine frühzeitige organisatorischen und technische Vorbereitung nötig. Und Öffentlichkeitsarbeit! - die Angebote müssen rechtzeitig bekannt gemacht werden.

Das Krippenspiel am Heiligabend, also die szenische, visuelle und akustische Darstellung des Weihnachtsevangeliums ist eine besondere Gestaltungsaufgabe, aber auch dafür gibts viele Ideen, und einiges davon ist überhaupt nur draußen möglich. Weitere Hinweise im Artikel Krippenspiel?!

Am Ersten und Zweiten Christtag findet sich sowieso seit langem die gottesdienstliche Kerngemeinde zusammen. Wir können Gottesdienste so feiern, wie wir es seit Monaten eingeübt haben.

Im Gottesdienst zum Jahreswechsel möchten viele Gemeinden gern Abendmahl feiern. Wie das den Hygieneregeln entsprechend und zugleich festlich und in Würde geschehen kann, ist inzwischen schon erprobt.

Spätestens am Epiphaniasfest kann, wenn nicht vorher schon eine der genannten Aktivitäten ökumenisch gestaltet wurden, die Sternsinger-Aktion der Katholiken von evangelischen Kindern unterstützt werden.