Eingeladen zur Taufe

Die Taufe ist das verbindende Zeichen unserer Zugehörigkeit zur großen Familie der Christen. Eine schöne, schwierige und doch erfüllende Herausforderung für Kirche und Gemeinden.

Gott sagt zu mir: "Gut, dass es dich gibt." In meiner Taufe antworte ich darauf: "Danke, dass ich da bin. Ich will zu dir gehören." Die Taufe selbst: ein großer Moment, eine beglückende und tragende Erfahrung.

Wie aber können wir besser und wirksamer zur Taufe einladen: Junge Eltern, dass sie die Taufe an den Beginn des Lebensweges ihres Kindes stellen, Heranwachsende und Jugendliche, dass sie für sich solch eine Richtungsentscheidung treffen, Erwachsene, dass sie ihre bisherige Lebenserfahrung in diesem Zeichen des Vertrauens zusammenfassen?

Als ehren- oder hauptamtlich Verantwortliche in den Kirchengemeinden können wir viel dazu beitragen, dass Menschen den Weg zur Taufe leichter finden. Einige Hinweise will Ihnen diese Seite geben.

 

Werben Sie in Ihrer Gemeinde aktiv für die Taufe? Es ist nicht selbstverständlich, dass sich die Menschen in unseren Orten zur Taufe eingeladen wissen. Einen Automatismus gar gibt es schon lange nicht mehr. Und nachfragen? Nicht jeder tut das von sich aus.
Machen Sie in Ihrer Gemeinde deutlich: Wir wollen wachsen. Und wir möchten gern, dass du, du und du dazugehörst. Und klar wollen wir, dass ihr eure Kinder dazugehören. Gott will das sowieso. Lasst euch einladen. Wir freuen uns auf euch.
Darum seien Sie offen. Und eröffnen Sie Räume der Begegnung, der Begegnung von Menschen untereinander und der Begegnung von Menschen mit Gott. Denken Sie dabei nicht nur an Ihren Gemeindegottesdienst und an bestehende Gruppen und Kreise. Nicht mit der traditionellen Gemeindearbeit verbundene Menschen brauchen möglicherweise etwas anderes: Begegnung unter dem Zeichen zeitgemäßer Musik, gemeinsames Anpacken in einem Projekt, Gespräche über Gott und die Welt in ungezwungener Atmosphäre, eine am Abend geöffnete Kirche für Stille und Rückzug u.v.a.m.
Und warum nicht bei solchen Gelegenheiten immer mal die Taufe ins Gespräch bringen, auch die Taufe für erwachsene Menschen. Möglicherweise ist das Interesse größer, als sie bislang gemeint haben.
Hier noch zwei gedruckte Materialien und ein Link, die Auskunft über die Taufe geben.

> Faltblatt zur Taufe - Bestellung und Download möglich

> Info-Broschüre zur Taufe - Bestellung und Download möglich

Ein augenzwinkerndes Sprichwort sagt: "Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler." Haben Sie das bei der Gestaltung Ihrer Taufgottesdienste im Blick? Manchmal erstaunen uns die Wünsche der Menschen im Blick auf die Durchführung einer Taufe, Trauung usw. Und nicht alles, was gewünscht wird, ist angemessen und muss gemacht werden. Dennoch sollten wir genau hinhören. Und gründlich prüfen, was geht. Was ist Inhalt, was ist Form? Wir wollen die Menschen doch gewinnen! Deshalb ist es gut, gemeinsam zu überlegen und die Erfüllung solcher Wünsche, auch wenn sie uns auf den ersten Blick fremd erscheinen, liebevoll und zugewandt in Erwägung zu ziehen.
Deutlich zugenommen haben in den letzten Jahren größere gemeindliche Tauffeste. Mehrere Taufen finden gemeinsam in einem Taufgottesdienst statt. Manchmal geschieht das gar nicht in der Kirche des Ortes, sondern unter freiem Himmel, vielleicht gar an einem See. Und nicht nur die Taufhandlung selbst wird gemeinsam begangen. Nein, auch das dazugehörige Fest wird mit allen Täuflingen - ob nun Kinder oder Erwachsene - und ihren Gästen gemeinsam gefeiert. Es ist erstaunlich, wie groß das Interesse an solchen Angeboten von Gemeinden ist. Ja, für manche ist es DER Zugang, überhaupt, sich auf die Taufe des Kindes einzulassen.
Nachdem der Kämmerer aus dem Morgenland auf seiner Fahrt von Philippus etliches über den Glauben an den Gott des Alten Testaments und über die Geschichte Jesu erfahren hat, sagt er: "Was hindert´s, dass ich mich taufen lasse?" Und Phlippus und er stellen gemeinsam fest: Nichts. Und der Kämmerer, dieser fremde Mann, wird getauft und reiht sich damit ein in die große Familie der Christen.
Der Weg zur Taufe ist in dieser Geschichte sehr kurz. Das darf uns ermutigen! Welche Vermittlung von Wissen, welche Einführung in den christlichen Glauben braucht es? Das soll sein. Für Erwachsene bieten sich Glaubenskurse oder Glaubensgespräche an, möglichst gemeinsam mit anderen Interessierten in einer Gruppe. Heranwachsende haben Christenlehre oder Konfirmandenunterreicht, Kinderbibbelwochen oder -freizeiten als gute Möglichkeiten. Und für die Vorbereitung für Kleinkindertaufen gibt es das bewährte Taufgespräch. Dazwischen und darüber hinaus gibt es ungezählte weitere Ideen, die Anwendung finden können. Wir sollten dabei nicht vergessen: Glauben ist in erster Linie kein Wissens- sondern ein Erfahrungswort. Darum sollte die Frage des Kämmerers im Vordergrund stehen: Was hindert´s, dass die Taufe geschieht?
Die eigene Taufe ist für jeden Menschen ein einmaliges und ganz zentrales Geschehen. Umso wichtiger ist es, dass dieses Ereignis nicht in einer fernen Vergangenheit abgelegt wird, verblasst und mehr und mehr seine Bedeutung für das Leben verliert. Es kann gut sein, sich von Zeit zu Zeit an das eigene Ja zu Gott und seiner Zuwendung zu erinnern oder sich daran erinnern zu lassen. Manche Gemeinden führen Tauferinnerungsgottesdienste durch und laden dazu gezielt ein.
Eine ganz andere Form der Tauferinnerung ist das Internetportal www.dein-tauftag.de. Über einen persönlichen Account wird dort die eigene Taufe bzw. die Taufe des Kindes oder Patenkindes von einer Person registriert. Daten wir Taufspruch, Taufort usw. können eingetragen, ein Bild der Taufkirche oder -handlung kann hochgeladen werden. Jedes Jahr eine Woche vor dem Tauftag und dann ein zweites Mal am Tauftag selbst kommt eine E-Mail an die angegebene Adresse, die an die geschehene Taufe erinnert. So können der Täufling selbst oder eben seine Eltern und Paten diesen so wichtigen Tag im Jahr nicht mehr vergessen. Mehr noch: Das Portal bietet zahlreiche Möglichkeiten, sich für das Was und Wie einer Tauferinnerung, der Gestaltung einer Begegnung z.B. mit dem Patenkind oder einer kleinen Aktion an diesem Tag inspirieren zu lassen. Schauen Sie selbst!