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Kirche und Tourismus

Mitteldeutschland bietet mit seiner Dichte an kultur- und ideengeschichtlichen Anknüpfungspunkten und seinen naturtouristischen Potenzialen für den Bereich Kirche und Tourismus eine hervorragende Ausgangsposition. Eine ganze Reihe der wichtigsten Ereignisse, Orte und Persönlichkeiten in Mitteldeutschland sind dabei eng oder gar untrennbar mit der Kirchengeschichte verbunden. Darüber hinaus führt das wachsende Interesse an spirituellen Erfahrungen und ganzheitlichen Erlebnissen zur Nachfrage nach "neuen alten" Formen religiösen Reisens, wie z.B. das Pilgern oder Aufenthalte in Klöstern. Die Kirchen verfügen neben zahlreichen wertvollen Kulturgütern und einem umfangreichen Kultur- und Bildungsprogramm, auch über eine gut vernetzte Struktur und eine ganze Reihe von spezifischen Kompetenzen, die ein engeres Zusammenwirken mit den Institutionen der Tourismusförderung auf dem Gebiet des Kultur- und Bildungstourismus sinnvoll erscheinen lassen.

Strukturen der Arbeit

Eine Arbeitsgruppe ‚Kirche und Tourismus’ wurde am 4. Juni 2006 unter dem Dach der damaligen Förderation Evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland gegründet. Vertreterinnen und Vertreter aus dem Kirchenamt, aus Kirchenkreisen, Werken und Einrichtungen beschließen, sich künftig intensiv um das Thema Tourismus zu kümmern.

Die Mitglieder der AG einigen sich verbindlich auf folgende Ziele:

  • Die AG ist eine Aktivität der EKM, um Defizite im Bereich Tourismus in Thüringen zu überwinden.
  • Die AG arbeitet eng mit dem Gemeindedienst der EKM zusammen.
  • Es werden keine ‚Konkurrenzangebote’ entwickelt.
  • Nötig ist eine enge Abstimmung innerhalb der Kirche und mit den Vertretern der Tourismuswirtschaft durch alle Mitglieder der AG. 

Die Arbeitsgruppe wird unterstützt durch den Verein 'Kirche und Tourismus e.V.' Er hat seinen Sitz im Klosterpark Reinhardsbrunn. Reinhardsbrunn ist Ortsteil von Friedrichroda, einem Ort am Nordrand des Thüringer Waldes im Landkreis Gotha. Die Region gehört zu den wichtigsten Tourismusgebieten Mitteldeutschlands.

Reinhardsbrunn ist ‚Heiliger Ort’ mit einer langen religiösen Geschichte. Bonifatius hat hier um 724 ein germanisches Heiligtum (gelegen an der höchsten Stelle des Parks) christianisiert (12 Apostel). Die Tradition aufnehmend hat Ludwig der Springer (1067 von der Schauenburg bei Friedrichroda aus Erbauer der Wartburg) in Reinhardsbrunn 1085 ein Benediktinerkloster gestiftet, das von da an geistliches Zentrum und Grablege der Thüringer Landgrafen wurde.
1228 beerdigte Elisabeth von Thüringen hier ihren Mann Ludwig IV. und ging von hier aus nach Marburg, ihr Hospital zu bauen.
Reinhardsbrunn war bis zur Reformation wichtigster Wallfahrtort des Landes, die Reinhardsbrunner Chronik berichtet von zahlreichen Heilungswundern am Grab Ludwigs, der im Volk als ‚Ludwig der Heilige’ verehrt wurde.

Wichtiges Anliegen der Verantwortlichen des Vereins war es, die Geschichte des Ortes neu zu entdecken und durch kirchentouristischen Projekte deutlich zu machen, dass sich hier die Wiege des mittelalterlichen Thüringens befindet.

Als geistliches Zentrum wurde 2001 im Klosterpark die Johanniskirche errichet, ein Nachbau der ersten Kirche Thüringens aus dem Jahr 724. Bonifatius hatte sie als Taufkapelle in der Nähe von Altenbergen erbaut. Heute erinnert der Kandelaber an diese Gründung.

Die Johanniskirche in Reinhardsbrunn wurde 2001 geweiht, sie ist erste Radwegekirche in Deutschland und erinnert an Elisabeth von Thüringen und ihren Mann Ludwig IV.

Die Wallfahrtstradition aufnehmend entstand in Reinhardsbrunn der Thüringer Klosterpfad als Angebot zum Pilgern. Der Klosterpfad wurde im Thüringer Wandersommer 2002 eröffnet und konnte inzwischen zum Mitteldeutschen Klosterpfad erweitert werden.
 

 

Link: www.Kirche-und-Tourismus.de


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